Tankino Kids 2

Eines Morgens belauscht Tankino, wie sich Kindergartenkinder über ein Boot unterhalten. Sie nennen das Boot "die Arche". Tankino will dieses Boot unbedingt kennenlernen.

Wie du weißt ist Tankino sehr neugierig. Da hatten ihm doch einige Kinder von einem Boot im Kindergarten erzählt, dass den merkwürdigen Namen „Arche“ trug. „Nichts wie hin!“, dachte sich Tankino und machte einen Ausflug ins Dorf.

Tankino besucht die Kindertagesstätte St. Marien und findet ein Boot in Not

Hier erfährst du die ganze Geschichte. Viel Spaß!

Das Boot in Not

Zum Frühstück gab es wieder einmal Marmeladenbrot. Während Tankino sich noch sein Drachenmaul leckte und genüsslich „Hmm – Erdbeermarmelade“ dachte, beobachtete er, wie eine Gruppe Kinder zusammen mit einigen großen Zweibeinern am Strand ein Lager aufschlug. Die Kindergarten-Zweibeiner hatten Seewoche.

Tankino versteckte sich hinter einem Busch, um sie zu beobachten. Zwei kleine Mädchen standen etwa einen Meter von Tankino entfernt. Munter plapperten sie vor sich hin.

„Ich will wissen, wann wir wieder auf unsere Arche dürfen“, sagte die kleine Marie.

„Mein Papa sagt, wir Kinder dürfen nie wieder auf der Arche spielen. Das ist viel zu gefährlich!“, antwortete das andere Mädchen. Es hieß Johanna.

„Dann sollen die Erwachsenen unser Schiff doch endlich reparieren!“, schimpfte Marie und stapfte mit den Fuß auf den Sandboden.

„Ja, das wäre schön!“, seufzte Johanna.

Eine erwachsene Zweibeinerin kam. „Komm, wir gehen zur Rutsche!“, sagte sie und nahm die beiden Mädchen an die Hand, um mit ihnen zu den anderen Kindern zu gehen. Die Kindergarten-Zweibeiner liebten die Seewoche am Tankumsee und Tankino liebte die Kinder.  

„Was das wohl für ein Schiff ist, das die Kinder Arche nennen? Ob man auf dem Schiff wohnen kann?“, überlegte Tankino. Tankino beschloss das Schiff zu suchen.

Spät abends, als die meisten Zweibeiner schon schliefen, landete er neben einem alten Holzboot ganz in der Nähe der Dorfkirche. Nur ein dumpfes Stöhnen war zu hören, ansonsten war es still.

Nachdenklich sah der kleine Drachte auf das stöhnende Etwas. Das war kein Schiff, nee, definitiv nicht. Ein Boot? Naja höchstens ein kaputtes Boot! Oder was war das?

„Bist du das Schiff, das die Zweibeiner die Arche nennen?“, fragte er.

„Hmm“, ächzte das Boot. „Ja, hier nennen sie mich alle Arche!“

„Oh Manno, du bist ja ganz kaputt!“, platzte es aus Tankino heraus. Auf so einem kaputten Ding konnte man weder wohnen noch in See stechen. Unmöglich. Das hatte er sich ganz anders vorgestellt.

„Oooo, ich habe Schmerzen. Ich brauche Hilfe!“, stöhnte die Arche.

„Jepp, das sehe ich. Aber warum sagen die kleinen Zweibeiner, dass du eine Arche bist? Du siehst doch aus wie ein Boot, ein kaputtes Boot!“

„Die Kinder spielen gerne auf mir. Deshalb nennen sie mich Arche. Es ist so lustig, wenn die Kinder auf mir spielen! Doch nun bin ich nur noch ein Boot in Not!“, seufzte es traurig aus den kaputten Planken. „Die Kinder dürfen nicht mehr auf mir spielen. Dabei war ich eigentlich mal ein Rettungsboot. Nun muss ich selbst gerettet werden!“

„Du warst ein Rettungsboot?  Wie kommt ein Rettungsboot nach Isenbüttel?“, wollte Tankino wissen.

„AHM, ich gehörte zur Mannschaft der Rettungsboote der Queen Elisabeth II.“, seufzte die Arche stolz.

„Und wieso bist du dann hier und rettest keine Zweibeiner mehr? Was ist eigentlich eine Queen?“, wollte Tankino wissen.

„Eine Queen ist eine Königin. Queen Elisabeth ist die Königin von England!“

Mit staunenden Augen sah Tankino die Arche an. „Du hast die Königin von England gerettet?“

„Nein, nein! Die Queen Elisabeth II. war ein Kreuzfahrtschiff. Dieses Schiff fuhr über den Atlantik von Hamburg nach New York und zurück“, berichtete die Arche.

„Achso!“, brummte Tankino. Der kleine Drache hatte sich gerade vorgestellt, wie die Königin von England in ihrem wunderschönen Kleid mit glitzernden Diamanten und einer goldenen Krone auf dem Kopf in einem Boot stand und „Hilfe, Hilfe…“ schrie.

„Ich wurde ausgemustert als die Queen Elisabeth II. ihren Dienst einstellte“, seufzte das Boot. „Statt im Wasser zu schwimmen, muss ich jetzt im Sand stehen. Doch ich liebe es! Ich bin so gerne ein Spielboot. Die Kinder und ich, wir haben zusammen so viel Spaß!“

„Wie lange musst du denn schon im Sand stehen, statt Rettungsboot sein zu dürfen?“, wollte Tankino wissen.

„Seit ungefähr vierzehn Jahren. Nun tun mir die Planken weh. Aber das Schlimmste ist, dass die Kinder sich an meinen Schrauben und Beschlägen verletzten können. Nun dürfen sie nicht mehr auf mir spielen. Oh, ich will hier weg!“, jammerte das alte Boot und sah Tankino traurig an. Der kleine Drache überlegte. Dann rief er: „Kommt nicht in Frage! Wenn die kleinen Zweibeiner dich so lieben und du dich über die Zweibeiner so freuen kannst, kannst du hier nicht weg!“

„Aber ich bin doch zu nichts mehr nutze!“, klagte die Arche traurig.

Tankino hatte eine Idee. „Du musst zum Arzt!“, rief er.

„Es gibt keine Ärzte für Boote. Es gibt nur Bootsbauer!“, jammerte das alte Boot.

„Bootsbauer also… Ich werde meinen Freund Tom fragen, der weiß immer einen Rat“. Tankino war sich sicher, das arme Rettungsboot musste gerettet werden!

„Oh, das wäre so schön“, knarzte das alte Boot. „Aber sag, was sucht ein kleiner Drache hier im Kindergarten?“

„Oh manno, die kleinen Zweibeiner am See haben von ihrem Boot erzählt. Ich wollte dich kennenlernen. Nun weiß ich, du bist ein Spielboot, das ein Rettungsboot war und nun selbst gerettet werden muss! Auch wenn du die Königin von England gar nicht gerettet hast!

Ich muss jetzt los. Sobald ich mit Tom gesprochen habe, komme ich wieder. Versprochen.  Mach´s gut. Bis bald!“ Tankino schwang sich in die Luft, umkreiste die Arche noch einmal und flog zurück zum Tankumsee.

Schon am nächsten Tag flog Tankino wieder zur Arche. Er brachte gute Nachrichten. Schon bald würden die Bootsbauer kommen, um das Spielboot zu reparieren.  Viele große und kleine Zweibeiner wollten unbedingt, dass ihre Arche wieder fröhlich ist. Deshalb hatten sie Geld gesammelt, eine Rettungsaktion organisiert und den besten Spielbootbauer des Landes mit der Reparatur des Bootes beauftragt.  

Von einem Moment zum anderen hörte das alte Rettungsboot auf zu knarzen. Die alte Arche freute sich auf den Sommer und darauf, dass wieder Kinder über ihre Planken toben und Seeräuberlieder singen würden.

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